history

Seit 1999 läuft die Studienreihe Kulturelle Transfers. Sie befasste sich anfangs mehr mit der Geschichte des kulturellen Austauschs im Mittelmeerraum und seiner Bedeutung für die kulturelle Identität Europas. In diesem Rahmen fanden Exkursionen nach Sizilien, Griechenland und Ägypten statt. In einem nächsten Schritt wurde der Bogen weiter nach Süden gespannt. Dabei stand die Metropole Johannesburg als ein kultureller Motor des südlichen Afrikas im Mittelpunkt. Hieran entzündeten sich Fragen über globale Veränderungen im Verhältnis von Kultur und Politik, die weiter an dem „Schwellenland“ Mexiko verfolgt werden.

Vorgeschichte: Europa ist immer ein Kontinent gewesen, in dem Kulturen sich ausgetauscht, ausgelöscht, gemischt, meist aber gleichzeitig ergänzt und abgegrenzt haben. Im Verlauf des Projektes „Kulturelle Transfers“ konnten historische Entwicklungslinien durch empirische Studien nachgezeichnet und überprüft werden. Bereits der antike Mittelraum lässt sich als eine komplexe Geschichte von In- und Exporten zwischen Mutterstädten und kolonialen Umschlagplätzen wie Memphis, Athen, Syrakus, Alexandria und Rom lesen. Dadurch erhält auch die Sonderrolle Griechenlands eine neue Bewertung. Die Europäisierung der Weltkultur erlaubt auch einen Umkehrschluss: Die Globalisierung Europas verlangt nach einer neuen kulturellen Identität.

Zwischenbilanz: Die seit 1999 bestehende Reihe „Kulturelle Transfers“ hat nach den Stationen in Gibilmanna.Syrakus/Sizilien (der kulturelle Austausch im Mittelmeerraum), in Kairo (die ägyptische Kultur als Scharnier in der Antike und in der islamischen Welt heute) und in Johannesburg (die Bedeutung der südafrikanischen Kultur innerhalb Afrikas und als globaler Faktor) und in Mexico City (die besondere Stellung zwischen Nord- und Südamerika) aktuelle Themenfelder und neue Erfahrungsbereiche erschlossen, die nun darauf warten, in Beziehung gesetzt und kritisch reflektiert zu werden.

Ausblick: Konsequenzen, die sich daraus für die Konzeption praktisch und theoretisch ergeben, sind vielfältig und können hier nur angedeutet werden, wie z.B. die Auseinandersetzung mit dem Postkolonialismus und der Globalisierungsdebatte sowie die Entwicklung trans-territorialer Kulturprojekte. Der gemeinsame über die Dominanz von Ökonomie und Politik hinausgehende Fokus ist jedoch die Frage nach einer Kultur, die sich Raum und Gültigkeit verschaffen muss, die von der Kunst angetrieben, der Realität die Realitätsfrage stellt.

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