concept Jerusalem 2008 | Seite 6

Das buckelige Männlein

Will ich in mein Gärtlein gehn,
Will mein Zwieblein gießen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Fängt gleich an zu niesen.
Will ich in mein Küchel gehen,
Will mein Süpplein kochen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Hat mein Töpflein brochen.

Will ich auf mein Boden gehn,
Will mein Hölzlein holen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Hat mir’s halber g’stohlen.

Will ich auf mein Keller gehn,
Will mein Weinlein zapfen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Tut mir’n Krug wegschnappen.

Setz ich mich ans Rädlein hin,
Will mein Fädlein drehen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Läßt das Rad nicht gehen.

Will ich an mein Bänklein knie’n,
Will ein bischen beten,
Steht ein bucklig Männlein da,
Fängt gleich an zu reden:

„Liebes Kindlein, ach, ich bitt‘,
Bet‘ für’s bucklig Männlein mit“.

aus: Des Knaben Wunderhorn
L. Achim von Arnim und
Clemens Brentano, 1806/08

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